Mittwoch, 17. Dezember 2008

Alpentransitbörse: eine zugkräftige Idee

Alpentransitbörse: eine zugkräftige Idee

Altdorf, Schweiz - Die Berggebiete leiden stark unter den
Abgasen und dem Lärm von Lastwagen. Mit einer Alpentransitbörse wird
der LKW-Verkehr ökologisch, marktgerecht und effizient reduziert. Der
ÖBB-Zug "Alpentransitbörse" trägt ab Sonntag, 14. Dezember 2008, das
innovative Konzept einer solchen Börse quer durch Österreich.

Am Brenner, Tauern, Gotthard und Mont-Blanc belastet der
LKW-Transitverkehr Bevölkerung und Umwelt in einem kaum erträglichen
Mass. Der Strassengüterverkehr ist deshalb zugunsten einer
nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums zu reduzieren. Die
Alpentransitbörse (ATB) ist ein geeignetes Instrument, um den
Gütertransport von der Strasse auf die Schiene zu verlagern.

Die ATB funktioniert so: Die Anzahl LKW-Fahrten durch die Alpen
wird beschränkt. Nur wer ein Durchfahrtsrecht hat, darf mit dem
Lastwagen einen Alpenübergang benutzen. Die Durchfahrtsrechte sind
frei handelbar. Die ATB ist ein markwirtschaftliches und nicht
diskriminierendes Instrument.

Die Idee einer Alpentransitbörse (www.alpentransitbörse.at) ist
vom Schweizer Verein "Alpen-Initiative" (www.alpeninitiative.ch) in
die politische Diskussion eingebracht worden. Nun hat der Verein den
ÖBB-Fernverkehrszug IC 543 auf den Namen "Alpentransitbörse" getauft.
Der Zug fährt vom 14. Dezember 2008 an täglich von Salzburg nach
Wien. In Österreich empfiehlt der VCÖ die Einführung einer
Alpentransitbörse. Auch Bundesratspräsident Jürgen Weiss (ÖVP) macht
sich stark für eine ATB. Anfang 2008 haben Regierungsvertreter aus
den Regionen entlang der Transitkorridore Brenner, Gotthard, Fréjus
und Mont-Blanc die ATB als marktbasierte Massnahme gefordert.

Der Verein Alpen-Initiative finanziert sich über
Mitgliederbeiträge und Spenden. Er hat die so genannte
Alpen-Initiative lanciert, die 1994 vom Volk gutgeheissen wurde.
Seither verlangt die Schweizer Verfassung (Grundgesetz), dass der
alpenquerende Güterverkehr auf die Schiene verlagert wird.

Samstag, 6. Dezember 2008

Hotel Innsbruck übernimmt Vorreiterrolle für barrierefreies Urlauben in Tirol

Innsbruck - Verena Ischia, Eigentümerin des Hotel
Innsbruck, investiert seit Jahren in die Rollstuhltauglichkeit ihres
Hotel. Mit der Adaptierung der Ausstattung speziell für sehbehinderte
Gäste hat das Hotel Innsbruck nun gemeinsam mit dem Tiroler Blinden-
und Sehbehindertenverbands (TBSV) und der Tirol Werbung erstmals
Prüfkriterien für blindengerechte Unterkünfte entwickelt.
Im Zuge des Pilotprojekts Hotel Innsbruck wurden allgemeingültige
Standardkriterien für die Um- und Gestaltung von Unterkünften
erstellt. Auf dieser Basis werden künftig interessierte Betriebe von
einem Expertenteam mit einem TBSV-Vertreter besucht und bei der
Umsetzung von erforderlichen Maßnahmen beraten.
"Blindengerechtes Urlauben ist einfach und unkompliziert in einem
Hotel zu integrieren. Oft sind es nur kleine Veränderungen wie die
Schaffung eines Leitsystems durch die Abwechslung von verschiedenen
Oberflächen wie Teppich oder Steinböden", erklärt Hoteldirektor
Manuel Habicher. Im Hotel Innsbruck im Zentrum der Tiroler
Landeshauptstadt wurden zusätzlich die Treppen mit Kontraststreifen
gekennzeichnet, die Personenlifte und die Zimmer mit blindengerechten
Tastern umgerüstet. Zudem können sehbehindertengerechte Maßnahmen mit
dem individuellen Design einer Unterkunft fast beliebig kombiniert
werden.
Für Dietmar Graff, Obmann des Tiroler Blinden- und
Sehbehindertenverbands, hat dieses Projekt gezeigt, wie kurz der Weg
zur blindengerechten Unterkunft sein kann. "Wenn der Wille vorhanden
ist und das Engagement der Beteiligten stimmt, können wir unseren
sehbehinderten Gästen den Urlaub in Tirol deutlich erleichtern und
das Urlaubsland Tirol gemeinsam mit der Tirol Werbung noch
attraktiver für benachteiligte Menschen gestalten", fasst Graff
zusammen.
"Die Entwicklung von barrierefreien Urlaubsmöglichkeiten geht seit
Jahren von besonders integrativ denkenden Unternehmen aus, wofür wir
sehr dankbar sind. Sie komplettieren unsere Spitzenqualitäten und
fördern das Ansehen unseres Landes als zeitgemäße Reisedestination",
so Josef Margreiter, GF der Tirol Werbung. Laut dem Deutschen
Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) leben derzeit zirka 1,2
Millionen sehbehinderte und blinde Menschen in Deutschland. Nach dem
ersten barrierefreien Hotel Weisseespitze im Kaunertal und dem
blindengerechten Wanderweg in Virgen wurde nun eine weitere
Pionierleistung in Tirol erbracht.
Das Hotel Innsbruck zeichnet sich nicht nur als erste
qualitätsgeprüfte, blindengerechte Unterkunft in Tirol aus, dass man
dieses Credo bewusst lebt beweist auch der neue rollstuhltaugliche
Wellnessbereich des Hotels, der Ende 2008 fertiggestellt wird. Auch
der Wellnessbereich wird in Zukunft mit dem Rollstuhl genutzt werden
können. Das Hotel Innsbruck ist ein Beispiel von vielen Initiativen
für ein Tirol ohne Handicap.